Der Weg ist das Ziel: Jakobsweg und Politik

  • 26. Oktober 2020
  • Jakobsweg
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Der Weg ist das Ziel: Jakobsweg und Politik

Was hat Weitwandern wie beispielsweise auf den Jakobswegen mit der Politik gemeinsam?

Als erfahrener Jakobsweg-Pilger und Politiker meine ich sehr viel. Ohne die Politik im frühen Mittelalter wären diese Pilgerwege gar nie entstanden. Handel, Kriege und Machtansprüche weltlicher und kirchlicher Fürsten und Könige verhalfen ihnen zum Dasein. Heute sind zum Glück die Menschen meist in friedlicher Mission auf diesen Wegen unterwegs.

Weitwandern und politisieren ist nur mit einem Ziel vor Augen möglich. Sei es Santiago de Compostela oder sei es eine gerechtere Welt oder ganz profane Macht über Andere. Wobei die Wege zum Ziel nicht immer so klar im Voraus erkennbar sind. Wegzeichen sind teilweise nicht mehr erkennbar. Wegweiser verstellt oder mit unverständlichen Bezeichnungen versehen. Und plötzlich fehlen Wegzeichen ganz. Da hilft oftmals nur innehalten und ein Stück Weg zurückgehen. Auch in der Politk muss ich mich manchmal neu orientieren, auf frühere Beschlüsse zurückkommen, wenn sich neue Anhaltspunkte ergeben.

Während die Einen sich spontan und unbeschwert auf diese Wege begeben, tun sich Andere schwer daran. Es braucht Mut, Motivation, Zeit und inneres Feuer für diesen Schritt. Es erleichtert den Schritt sicher ungemein, wenn ich Leute kenne, die diesen Weg schon gegangen sind oder noch immer auf dem Weg sind. In der Politik gilt dies noch mehr als beim Weitwandern. Bin ich dann erst mal auf dem Weg brauche ich Ausdauer und Energie. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, Santiago nicht in einer Woche erreicht und für ein grösseres politisches Amt oder auch politische Geschäfte braucht es meist Jahre.

Niederlagen, im Regen stehen, Blessuren und weiteres Ungemach lauern auf mich am Weg. Aber auch Erfolg, Freude, neue Themen und spannende Erfahrungen sind Begleiter auf meinen Wegen. Die Motivation einer Pilgergruppe oder einer Partei ergeben ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Sie geben mir Orientierung und Halt. Die Gespräche innerhalb und ausserhalb dieser Gruppen sind wichtig für das Erreichen meiner Ziele.

Nicht immer habe ich die richtige Ausrüstung dabei. Sehr oft viel zu viel Gepäck im Rucksack. Vermeintliche Abkürzungen erweisen sich manchmal als Umwege. Doch Fehler machen und daraus etwas lernen kann man immer. Sogar in der Politik. Oft hilft mir ein guter Orientierungssinn wieder auf den richtigen Weg zum Ziel:
FÜR ALLE STATT FÜR WENIGE! Buen Camino!

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